Bambus

Bambus ist einer der ältesten Rohstoffe der Menschheitsgeschichte. Vor allem im Haus– und Möbelbau kommt die asiatische Kulturpflanze seit vielen Jahrtausenden zum Einsatz. Die einzigartigen Materialeigenschaften verbinden ökologische Vorzüge mit der schlichten Schönheit seiner ungewöhnlichen Oberflächenästhetik. Bambus ist härter als Eichenholz dabei aber wesentlich flexibler und widerstandsfähiger. Gleichzeitig produziert Bambus sehr viel mehr Holz und wächst sehr viel schneller nach. Diese ökologischen Aspekte und die herausragenden Materialeigenschaften empfehlen Bambus geradezu als den Baustoff des 21. Jahrhunderts.

Jeder Bambus besteht aus den unterirdischen Teilen mit Rhizomen, Augen und Wurzeln und den oberirdischen Teilen mit Halmen, Knospen, Zweigen und Blättern. An jedem Rhizom entwickeln sich Wurzeln und Augen. Aus den Rhizomaugen sprießen die neuen Halme oder es entwickeln sich neue Rhizome. Das erklärt warum große Bestände mit ihren weit verbreiteten Rhizomen ganze Berghänge vor dem Abrutschen bewahren.

Vom Frühjahr bis Sommer (bei manchen Arten bis zum Herbst) drücken die Spitzen (Sprossen) der neuen Halme aus der Erde. Wie Spargelköpfe durchstoßen sie den Boden und wachsen innerhalb kurzer Zeit (je nach Wetterlage in 4-8 Wochen) zu ihrer Endhöhe.

Die Halme schließen ihr Wachstum bereits im Entstehungsjahr ab, d.h. der Bambus-halm nimmt in den nächsten Jahren an Höhe und Stärke nicht mehr zu, hat also kein Längen- und Dickenwachstum, im Gegensatz zu Gehölzen (Bäumen), die oft erst nach Jahrzehnten ihre Höhe und Dicke erreichen. Im nächsten Jahr treiben neue Halme, die sich in der Regel höher und dicker als die des Vorjahres auswachsen. Die Endhöhe und Wüchsigkeit ist allein vom Standort abhängig. So kann eine bestimmte Art in Südeuropa 20 Meter Höhe erreichen, während die gleiche Art in Deutschland im Weinbauklima 12 Meter Höhe erreicht und in Schleswig-Holstein oder Dänemark, auf Grund der fehlenden Frühjahrs- und Sommerwärme, nur 4 Meter Höhe erreichen wird.

 

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