Gestalten im Bestand
Der Bestand ist keine Einschränkung. Er ist das Material.
In vielen Häusern aus den 1930er, 1950er oder 1960er Jahren steckt mehr als auf den ersten Blick sichtbar ist. Raumhöhen, Proportionen, Konstruktionen die heute kaum noch gebaut werden. Die Frage ist nicht: wie ersetze ich das? Sondern: was ist schon da – und wie lese ich es neu?
Systeme erkennen, aufbrechen, neu zusammensetzen
Das ist unser Grundprinzip – im Neubau wie im Bestand. Eine Erhaltungssatzung ist eine Einschränkung – oder ein Entwurfsimpuls. Das Kreuzberger Penthouse auf einem 1950er-Jahre-Bau entstand genau so: klassische Aufstockung ausgeschlossen, also eine eigenständige Formensprache entwickelt die den Bestand unangetastet lässt. Heute ist es beispielgebend für Aufstockungen der Nachkriegsmoderne.
Licht, Proportion, Material
Im Bestand arbeiten wir mit dem was vorhanden ist – und ergänzen gezielt. Raumhöhen die bleiben, Fenster die wandern, Materialien die antworten statt ersetzen. Holz auf Beton, Glas auf Ziegel, das Neue tritt in Dialog mit dem Alten ohne es zu kopieren.
Kleine Eingriffe, große Wirkung
Nicht jeder Bestand braucht eine Großbaumaßnahme. Manchmal reicht Farbe, gezielt eingesetzt um zu zonieren, zu beruhigen, Identität zu schaffen. Gebrauchte Möbel neu kombiniert, aufgearbeitet, in den Raum integriert – individuelle Lösungen mit Geschichte, ohne große Investitionen.
Atmosphäre entsteht nicht durch Quadratmeter. Sie entsteht durch Haltung.