Hotel Wedina Hamburg-St. Georg
- Konzeption/Planung: 2000-2002
Aufgabenstellung
Neubau von 8 Mini-Apartments für das Hotel Wedina. Jedes Apartment sollte auf kleinstem Raum alle Funktionen (Essen, Wohnen, Waschen, Schlafen) unterbringen.
Konzept:
Kleine Räume, große Wirkung. Auf engem Raum entsteht Qualität nicht durch Quadratmeter, sondern durch Licht, Proportion und Material.
Die 4 Ebenen:
- Eingang, Küche
- 2. Wohnen
- 3. Schlafen
- 4. Bad
Verbunden über eine skulpturale Holztreppe.
Licht:
- Große Fenster durchfluten alle Ebenen
- Gezielte Kunstlichtführung (Wandleuchten, indirekte Beleuchtung)
- Licht als Raumbildner – schafft Großzügigkeit trotz kleiner Grundfläche
Material:
- Beton (Wände, Decken – roh, ehrlich
- Holz (Treppe, Möbel – warm, haptisch)
- Farbe (schwefelgelb/dunkelbraun in Küche, grün im Wohnzimmer)
Das Spiel aus Materialien schafft Spannung und Identität.
Konstruktion:
Von Holz zu Beton
Ursprünglich war das Grüne Haus als vorgefertigter Holzbau (CLT) geplant.
Aber:
Die Brandschutzanforderungen (städtischer Kontext, mehrgeschossiger Hotelbau, damals noch keine Holzbau Musterbauordnung) machten Holz unwirtschaftlich, bzw. unnmöglich.
Die Lösung:
Vorgefertigte Betonelemente (Filigrandecken) – millimetergenau gefertigt, schnell montiert, brandschutztechnisch unbedenklich.
Das Prinzip bleibt:
Nicht dogmatisch an einem Material festhalten, sondern die beste Lösung für das konkrete Projekt finden.
Vorfertigung bis ins Detail
Nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Ausstattung wurde präzise vorgeplant:
- Einbauschränke (maßgefertigt)
- Küchen (kompakt, funktional)
- Bäder (hochwertig trotz kleinstem Raum)
Das 3D-Modell ermöglichte exakte Planung aller Einbauten und präzise Montage der vorgefertigten Einbauteile vor Ort.
Entwurf bis ins Detail
Fast alle Möbel – bis auf den Stuhl und den Sessel – stammen aus unserer Feder. Einbauschränke, Küchen, Bäder, Betten, Nachttische – alles maßgefertigt, millimetergenau auf den Raum abgestimmt.
Warum?
Hier haben wir den Entwurf konsequent zu Ende gedacht – bis zum Nachttisch. Das 3D-Modell ermöglichte es, nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Einrichtung präzise zu planen – Küche, Bad, Schränke wurden vorproduziert und vor Ort montiert.
Kunst am Bau
Die Treppenhäuser wurden von den Künstlern Fritz Balthaus und Barbara Steppe gestaltet – in enger Zusammenarbeit mit dem Architektenteam, bereits in der Planungsphase.
Parallel wurde das Blaue Haus saniert:
14 Literaturzimmer, jedes einem Schriftsteller gewidmet, der über Reisen und Hotels schrieb.
Bedeutung
Das Projekt zeigt:
- Materialwahl ist nicht dogmatisch (geplant als Holz, gebaut als Beton)
- Kleine Räume, große Wirkung (durch Licht, Material, Präzision)
- Licht als zentrales Element (schafft Großzügigkeit, Stimmung)
- Vorfertigung (ob Beton oder Holz – präzise Planung, hohe Qualität)
- Entwurf bis ins Detail (Möbel maßgefertigt, bis zur letzten Schraube durchdacht)