Monsieur Vuong: Bambus trifft Beton
- Konzeption/Planung/Ausführungsplanung/Bauleitung: 2001
- BGF: 250 m²
Aufgabenstellung
Ein vietnamesisches Restaurant in Berlin Mitte – kommunikativ, lebendig, eine Mischung aus asiatischer Tradition und europäischem Design.
Das Konzept: Ost trifft West
Bambusmöbel in schlichtem geometrischem U-Profil – Materialmotivation zum asiatischen Hintergrund, aber nicht folkloristisch. Runder Tresen aus rotpigmentiertem Sichtbeton (Kegelstumpf) – verbindet zwei Räume, wird als Zentrum des Raums konzipiert. Hinter dem Tresen wird gekocht, davor wird gegessen und geredet.
Farben:
Orange- und Rottöne (religiöser Hintergrund – der Bauherr ist praktizierender Buddhist).
Der Tresen:
Rotlackiert, mit integriertem Aquarium als Sichtschutz zu den WCs, wird auch als buddhistischer Altar genutzt.
Kommunikation als Konzept
Enge Bestuhlung + Platzierung durch den Service → Gäste kommen ins Gespräch, auch mit Fremden. Sitzhöhe an Tresen und Tischen erlaubt Blickkontakt im gesamten Raum → der ganze Raum wird erlebbar.
= Nicht nur ein Restaurant, sondern ein sozialer Raum.
Transformation, nicht Kopie
Der Ulmer Hocker (Ikone des europäischen Designs) mutiert zum Bambushocker – Tradition wird transformiert, nicht kopiert.
Bambus + Beton – asiatisches Material trifft europäische Baukultur.
= Eine Verbindung von europäischen und asiatischen Gestaltungselementen, die weder das eine noch das andere ist – sondern etwas Neues.
Bedeutung
Das Projekt zeigt:
- Materialmix (Bambus + Beton, nicht folkloristisch, sondern Synthese.)
- Transformation klassischer Elemente (Ulmer Hocker → Bambushocker)
- Interior Design als architektonische Aufgabe (nicht nur Gebäude, auch Innenraum)
- Kommunikation durch Gestaltung (enge Bestuhlung, Blickkontakt, sozialer Raum)