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Rotes Hotel Wedina, St. Georg Hamburg, 2008-2011

  • Konzeption/Planung: 2000-2002

Aufgabenstellung
Neubau von 8 Mini-Apartments für das Hotel Wedina. Jedes Apartment sollte auf kleinstem Raum alle Funktionen (Essen, Wohnen, Waschen, Schlafen) unterbringen.

Konzept:
Kleine Räume, große Wirkung. Auf engem Raum entsteht Qualität nicht durch Quadratmeter, sondern durch Licht, Proportion und Material.

Die 4 Ebenen:

  • Eingang, Küche
  • 2. Wohnen
  • 3. Schlafen
  • 4. Bad

Verbunden über eine skulpturale Holztreppe.

Licht:

  • Große Fenster durchfluten alle Ebenen
  • Gezielte Kunstlichtführung (Wandleuchten, indirekte Beleuchtung)
  • Licht als Raumbildner – schafft Großzügigkeit trotz kleiner Grundfläche

Material:

  • Beton (Wände, Decken – roh, ehrlich
  • Holz (Treppe, Möbel – warm, haptisch)
  • Farbe (schwefelgelb/dunkelbraun in Küche, grün im Wohnzimmer)

Das Spiel aus Materialien schafft Spannung und Identität.

Konstruktion:
Von Holz zu Beton

Ursprünglich war das Grüne Haus als vorgefertigter Holzbau (CLT) geplant.

Aber:
Die Brandschutzanforderungen (städtischer Kontext, mehrgeschossiger Hotelbau, damals noch keine Holzbau Musterbauordnung) machten Holz unwirtschaftlich, bzw. unnmöglich.

Die Lösung:
Vorgefertigte Betonelemente (Filigrandecken) – millimetergenau gefertigt, schnell montiert, brandschutztechnisch unbedenklich.

Das Prinzip bleibt:
Nicht dogmatisch an einem Material festhalten, sondern die beste Lösung für das konkrete Projekt finden.

Vorfertigung bis ins Detail
Nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Ausstattung wurde präzise vorgeplant:

  • Einbauschränke (maßgefertigt)
  • Küchen (kompakt, funktional)
  • Bäder (hochwertig trotz kleinstem Raum)

Das 3D-Modell ermöglichte exakte Planung aller Einbauten und präzise Montage der vorgefertigten Einbauteile vor Ort.

Entwurf bis ins Detail
Fast alle Möbel – bis auf den Stuhl und den Sessel – stammen aus unserer Feder. Einbauschränke, Küchen, Bäder, Betten, Nachttische – alles maßgefertigt, millimetergenau auf den Raum abgestimmt.

Warum?
Hier haben wir den Entwurf konsequent zu Ende gedacht – bis zum Nachttisch. Das 3D-Modell ermöglichte es, nicht nur die Konstruktion, sondern auch die Einrichtung präzise zu planen – Küche, Bad, Schränke wurden vorproduziert und vor Ort montiert.

Kunst am Bau
Die Treppenhäuser wurden von den Künstlern Fritz Balthaus und Barbara Steppe gestaltet – in enger Zusammenarbeit mit dem Architektenteam, bereits in der Planungsphase.

Parallel wurde das Blaue Haus saniert:
14 Literaturzimmer, jedes einem Schriftsteller gewidmet, der über Reisen und Hotels schrieb.

Bedeutung
Das Projekt zeigt:

  • Materialwahl ist nicht dogmatisch (geplant als Holz, gebaut als Beton)
  • Kleine Räume, große Wirkung (durch Licht, Material, Präzision)
  • Licht als zentrales Element (schafft Großzügigkeit, Stimmung)
  • Vorfertigung (ob Beton oder Holz – präzise Planung, hohe Qualität)
  • Entwurf bis ins Detail (Möbel maßgefertigt, bis zur letzten Schraube durchdacht)
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