1,5 geschossiges Penthouse auf 50ziger Jahre Bau
in Berlin Kreuzberg
- Konzeption/Planung/Ausführungsplanung: 2016-2018
- BGF: 200 m²
Aufgabenstellung
Ein Dachgeschoss sollte zu einem Penthouse ausgebaut werden – mit maximalem Licht und Großzügigkeit trotz begrenzter Raumhöhe.
Rahmenbedingungen: Erhaltungssatzung
Das Gebäude aus den 1950er Jahren stand unter Erhaltungssatzung – der Bestand durfte nicht verändert werden. Obwohl nach §34 mehr als zwei Geschosse möglich gewesen wären, war eine klassische Aufstockung ausgeschlossen.
Die Lösung:
eine eigenständige Formensprache entwickeln, die nichts mit dem Bestand darunter zu tun hat – und ihn dadurch unangetastet lässt. Die Laternen setzten sich bei der Behörde durch. Heute ist das Projekt beispielgebend für Aufstockungen auf Bauten der 1950er Jahre – die ausführende Firma Baufritz wirbt noch heute damit.
Das Konzept:
Laternen statt Gauben Statt klassischer Gauben entwickelten wir 1,5-geschossige "Laternen" – lichtdurchflutete Raumkörper, die das Dach durchstoßen.
Die Laternen:
- Schaffen vertikale Raumhöhe (bis zu 4,50 m an den höchsten Stellen)
- Bringen Licht von oben (wie Oberlichter in einem Atelier)
- Gliedern den Raum in Zonen mit unterschiedlichen Raumhöhen (niedrig = gemütlich, hoch = großzügig)
= Kleine Fläche, große Wirkung durch Licht und Raumhöhe.
Material und Gestaltung:
Innen: Sichtholzkonstruktion (CLT-Elemente), weiß gestrichen
Außen: Zink-Laternen, die sich vom Dach abheben
= Moderne Interpretation des Dachausbaus – kein "verstecktes Dachgeschoss", sondern selbstbewusste Architektur.
Bedeutung:
Das Projekt zeigt:
- Erhaltungssatzung als Entwurfsimpuls – Einschränkung wird zur Chance
- Licht als zentrales Gestaltungselement (Laternen statt Fenster)
- Unterschiedliche Raumhöhen schaffen Atmosphäre (1,5-geschossig = Wechsel zwischen niedrig und hoch)
- Kleine Fläche, große Wirkung (durch räumliche Qualität, nicht Quadratmeter)
- Beispielgebend für Aufstockungen der Nachkriegsmoderne