Geschwungene Dachgärten im Prenzlauer Berg
- 2010-2012
Aufgabenstellung
Ein Gründerzeitbau in Berlin-Prenzlauer Berg sollte einen Dachausbau erhalten. Es sollten individuelle Wohnungen mit nutzbaren Gärten entstehen. Die Vorgaben des Stadtplanungsamtes: Trauf-Höhe, First-Höhe und die vorhandene Dachschräge sollten beibehalten werden – klassisches Berliner Dach.
Das Konzept:
Systeme erkennen, aufbrechen, neu zusammensetzen
Die Herrausforderung:
Wie schafft man Dachgärten und vierseitige Belichtung, wenn Trauf-Höhe, First-Höhe und Dachschräge vorgegeben sind?
Die Lösung:
Der Flachdachbereich des Berliner Daches wurde wellenförmig ausgeführt – dadurch entstehen:
- Dachgärten (in den Wellentälern)
- Vierseitige Belichtung (durch die Wellenberge)
Durch die versetzte Anordnung der Wellen entsteht ein gegenseitiger Sichtschutz zwischen den Dachgärten. Im Inneren entstanden interessante, individuelle Räume – durch die geschwungene Dachschale.
Konstruktion:
CNC-gefräste Rundungen
Die geschwungene Dachschale wurde aus vorgefertigten Brettstapelelementen
angefertigt. Die Rundungen wurden erzielt, indem zwischen den einzelnen Brettern Keile
eingefügt wurden. Die Brettstapelelemente wurden zwischen vorgefertigten Kertoträgern eingespannt. In diese Kertoträger wurden Fräsungen mittels CNC angefräst, die die festverglasten Elemente aufnahmen. Das gesamte Dachgeschoss wurde komplett am Rechner in 3D entworfen – sämtliche Bauteile (Dachträger, Dachschalen, Fenster) wurden vorproduziert, die Bauzeit trotz komplexer Geometrie deutlich verkürzt.
Bedeutung:
Das Projekt zeigt:
- Systeme erkennen, aufbrechen, neu zusammensetzen (Vorgaben Stadtplanung eingehalten, aber neu interpretiert)
- Wellenförmige Dachschale (Dachgärten + vierseitige Belichtung trotz Höhenbegrenzung)
- CNC-gefräste Kertoträger (komplexe Geometrie, präzise vorgefertigt)
- Individuelle Räume (durch geschwungene Dachschale) = Gestaltungsfreiheit innerhalb enger Vorgaben.